Unser Verein

Der, im November 2018, neu gewählte Vorstand:

V.l.: Manfred Rothmair (Kassier Stv.), Juliana Wallner (Obmann Stv.), Stefan Wörter (Obmann), Maria Lubach (Beirätin), Traudi Koudelka (Schriftführerin), Günther Baumann (Schriftsteller Stv.), Steffi Adelsberger (Beirätin), Josef Resch (Kassier), Barbara Niederwieser (Beirätin).

 

Gründung des Obst- und Gartenbauverein Pillerseetal

Am 06. März 1921 erfolgte die Gründung unseres Vereines unter der Bezeichnung „Obst- und Gemüsebauverein für Fieberbunn“ mit folgenden Gründungsmitgliedern: Paulus Waibl (Oberlehrer i.R.), Johann Trixl (Doisch-Bauer), Hans Entleitner (Gasthof Obholzer), Stefan Lichtmannegger (Schradl-Lindau) und Johann Wenzbauer.
Diese Pioniere haben den Wert und die Notwendigkeit eines Obstbauvereines erkannt. Wirtschaftliche und finanzielle Sorgen und Nöte in der Bevölkerung trugen dazu bei, dass durch vermehrten Anbau von Obst und Gemüse Ernährungsengpässe gelindert wurden.
Schon damals wurde auf Obstsorten geachtet, die unserem Klima entsprechen.
Bis 1938 war eine aktive Vereinstätigkeit gegeben.

Während der Kriegszeit musste der Verein ruhen. Am 17.05.1947 wurde beim Gasthof Auwirt aus dem kleinen Mitgliederstand wieder ein Vereinsausschuss gegründet.
Obmann Josef Schwaiger (Nieding, verstorben 2011), Obmann-Stellv. Stefan Schwaiger (Hansern), Kassier Martin Brunner (Doisch), Pfarrer Johann Madersbacher als Schriftführer, Johann Trixl jun. (Doisch) und Christian Schwaiger (Fischerer) wurden von den 32 Mitgliedern gewählt.
In den Jahren nach Kriegsende wurde mit Nachdruck auf die Ertragssteigerung beim Obst- und Gemüseanbau zur besseren Versorgung der Bevölkerung geachtet. Wanderlehrer Falch, ein Vordenker und Fachmann des Obstbaues, konnte für einen dreitägigen Schnittkurs beim Wimmerbauern in St. Jakob verpflichtet werden.
Nach dem Krieg erhielt jeder Gemeindebürger eine bestimmte Fläche Acker zur Selbstversorgung mit Kartoffeln zugewiesen. Die während des Krieges von den Amerikanern abgeworfenen Kartoffelkäfer bedrohten den lebenswichtigen Ernteertrag.
Baumschnittmaßnahmen, Düngung und Schädlingsbekämpfung waren die Aktivitäten zur Erreichung der gewünschten Ertragssteigerung. Hauptanschaffungen waren sieben Spritzen zur Schädlingsbekämpfung größeren Ausmaßes.
1949 erfolgte die Eintragung ins Vereinsregister.

1951 wurde eine gebrauchte Obstpresse vom Obstbauverein Rum erworben und in der Waagenhütte des Pulvermacherbauern gegenüber dem Mangele-Haus aufgestellt. Die Bez.Bauernkammer Kufstein hat zu einer Umstellungsaktion und zur Umpfropfaktion von Wildkirschen in Fieberbrunn aufgerufen.
Für die angebotene Beihilfe mussten Vorleistungen wie Abwerfen des Altholzes erfüllt werden. Die Edelreiser und die Umpfropfung übernahm kostenlos ein Baumwart des Verbandes, Bast und Baumwachs zahlte der Besitzer.
Pro angewachsenem Pfropfkopf gab es für drei Edelreiser eine Prämie von AS 0,80, für vier Edelreiser AS 1,00. 1954 wurden 1.150 Liter Apfelsaft gepresst!
Die Schädlingsbekämpfung war oberstes Gebot. Bei einer Winterspritz-Aktion wurden 2.500 Liter Gelböl versprüht!
Im Mai 1964 wurde vom „Pranger-Andi“ ein verbilligter Grund zur Errichtung eines Pressraumes und anschließendem Feuerwehrzeughausbau erworben.
1965 wurden die Räumlichkeiten fertiggestellt. Nun konnte ein aktuelles Modell der Obstpressen von der Fa. Stossier um AS 16.321,00 erworben werden. Der sogenannte Wirtschaftswunder-Zeitraum bescherte dem Verein schlechte Zeiten mangels allgemeinem Interesse am Obst- und
Gemüseanbau. Baumbestellungen und Obstpressen waren die Hauptaufgaben.
1976 fand bei Emmerich Weiskopf ein Baumschnittkurs statt, nur ein Teilnehmer fand sich ein.
1982 wurden 8.627 Liter Apfelsaft gepresst.

Ab 1984 ging ein Ruck durch unseren Obstbauverein.
Jährliche Schnittkurse, mehrere Vorträge zu bestimmten Themen, Bildungsausflüge, Aus- und Weiterbildung waren die Grundgedanken. Das überdurchschnittliche Interesse in der Bevölkerung bestätigte den eingeschlagenen Weg. Ein Beweis war die Einladung zum Baumschnittkurs 1984 mit Ing. Mauracher von der LLK, vormittags Theorie im Gasthof Obermair und nachmittags Praxis beim Obstgarten von Grander Friedl. Über 70 Personen haben teilgenommen! Die Vorträge wurden durchwegs in der Raika abgehalten, die Besucherzahlen schwankten zwischen 120 und 150 Personen.
„Gesundes Gemüse aus dem eigenen Garten“ - diesen Leitspruch prägten wir schon seit 1984!
Hier ein kurzer Auszug aus unseren Veranstaltungen:
Walter Troger und Toni Hechenbichler absolvierten mit Erfolg die Baumwärterprüfung.
Im Oktober 1985 hielt Herr Thiem einen interessanten Diavortrag „Mit Pilzkorb und Kamera“ ab.
1987 brachte die Obstpresse ein Spitzenergebnis: 13.835 Liter Saft!
Erstmals wurde zur Sortenbestimmung eingeladen. Ein überraschendes Ergebnis: Pfirsiche an „exponierten“ Plätzen gedeihen gleich gut wie die Marille.
Ein Veredelungskurs mit 45 Teilnehmern fand in Fieberbrunn (Raika) statt. Herr „Sprossenkohl“ (Ing. Sieberer) gestaltete einen Vortragsabend speziell für unsere Hausfrauen.
„Heilkräuter - ein Wunder, ein Geschenk der Natur - mit diesem Thema befassten wir uns im Jahre 1988.
„Obst aus dem eigenen Garten - alte Sorten“ - diese bedeutsame Ausstellung war in der Raika vom 29.09. bis 01.10.1988.
Kompostbereitung für Haus und Garten - dieses Thema griffen wir erstmals 1989 auf mit dem bekannten Referenten, Herrn Sprossenkohl, auf.
1989 stimmte unser Verein dem Tausch des Pressraumes in Rosenegg zum Entsorgungs-gebäude der Gemeinde in der Walchau zu. Wie sich jetzt herausstellt, eine richtige Entscheidung.
1990 unternahmen wir mit Gärtner Mettler eine „Blumenbesichtigungsfahrt“ zu prächtigen Gärten bei unseren Nachbargemeinden.
Der Gartler-Stammtisch wird geboren, bei dem sich Interessierte treffen und ihre Erfahrungen und Tipps austauschen.
Unsere Vereinsausflüge waren durchwegs Exkursionen zu Gärten und Blumenanlagen, wie z.B.: Biotop von Frau Lueginger, „gewaltiger“ Fuchsienschmuck bei Frau Stoiß in Maria Alm, Kräutergarten in Hollersbach, Alpenkräutergarten in Hochsöll, u.v.m.
Ein Meilenstein waren die Feierlichkeiten zum 75-jährigen Bestandsjubiläum vom 28.09. bis 29.09.1996 in der Aula der Volksschule Dorf. Am Samstag erfolgte die Pflanzung eines Jubiläumsbaumes (Bergahorn bei der „Berndlbäck-Brücke). Am Sonntag fand der Dankgottesdienst mit anschließender Eröffnung und Segnung der Obstausstellung in der Aula der Volksschule statt. Ein Highlight stellte der von Michael Foidl gestaltete alte Heuwagen dar. Dieser war mit Obst und Gemüse beladen. Die wirklich gut gelungenen Dekorationen von Leo Wunsch rundeten die Ausstellung zu einem perfekten Ereignis ab.
Neue Betätigungsfelder hat der Obst- und Gartenbauverein aufgenommen, z.B. Dorfbildgestaltung, Siedlerobstbau, Umweltschutz sowie die Einbindung der Jugend in diese verantwortungsvollen Aufgaben.

1998 wurde der „Klotzenbrot-Hoangascht“ anlässlich der Jahreshauptversammlung zu einem Fixprogrammpunkt kreiert.
In Tirol wurde in diesem Jahr erstmals Feuerbrand festgestellt. Feuerbrandbeauftragte (Kendlbacher Wast und Spiegl Franz) mussten umgehend geschult werden. Sie begutachteten die verdächtigen Bäume im Pillerseetal.
Die Schäden hatten gebietsmäßig in Tirol große Ausmaße erreicht. Feuerbrand ist nun immer zugegen, die Vorbeugemaßnahmen sind nach wie vor aktuell.
Ein Spitzenergebnis erbrachte die Obstpresse im Herbst: 19.000 Liter Saft!
1999 war der Schwerpunkt leider der Feuerbrand mit seiner Problematik. Aufruf zur Rodung von Cotoneaster (Bodendecker), der die Wirtspflanze vom Feuerbrand ist.
Hans Klammer und Franz Obersteiner besuchten die Baumwärterausbildung. Wühlmausbekämpfung, „Kreuz und quer durch den Garten im Jahreslauf“, Aktion „Tag des Apfels“, Obstpressen ca. 20.000 kg Obst waren weitere Tätigkeiten im Jahre 1999.
2001 führte ein Vereinsausflug zum „Hildegard von Bingen-Garten“ nach Kirchberg bei Mattighofen in OÖ. Zum dritten Mal wurde für Schüler/innen der Hauptschule Fieberbrunn ein Baumschnittkurs mit sichtlichem Erfolg abgehalten. Außer den üblichen Veranstaltungen wurde erstmals die „Obstpressparty“ beim Presslokal in der Walchau erfolgreich gestartet.
„Übern Zaun schaun“ ist ein Volltreffer und wird begeistert angenommen.
30. März 2007: Wast Kendlbacher ist verstorben. Wir Gartler mussten von einem fachkundigen, ratgebenden und hilfsbereiten Baumwart und ehemaligen Obmann Abschied nehmen. Sein jahrzehntelanges Wirken hat unseren Verein geprägt. Er wird uns als Vorbild in guter Erinnerung bleiben!
Große Entscheidungen bezüglich Obstpresse und Pressraum stehen an. Obmann Hans Klammer fasste mit seinem Ausschuss einen richtungsweisenden Entschluss, die alte Pressanlage durch eine Neue mit Pasteurisierung und Abpackungsanlage zu ersetzen. Hierfür mussten die Räumlichkeiten erweitert werden.
Die Marktgemeinde Fieberbrunn und der Leaderverein PillerseeTal unterstützten unser Vorhaben außerordentlich positiv. Über 1.100 freiwillige Arbeitsstunden, konsequente Planung und Ausführungen gewährleisteten den zeitgerechten Einsatz der Obstpressanlage.
Eine „Jahrhunderternte“ wurde uns in diesem Jahr beschert.

Am 6. August 2008 fand das 1. Pressen mit der neuen Anlage statt. Über 40.000 Liter Apfelsaft wurden gepresst.
Aus dem ganzen Bezirk wurden die reifen Äpfel unserer modernen Anlage anvertraut.
Schließlich sollten sich die Anschaffungskosten von ca. € 100.000,00 rechnen. Die Saftqualität, die Haltbarkeit und die Abpackung sind optimal, Hausfrauen schätzen die Arbeitsvereinfachung sehr und so hoffen wir auf gute Ernten. Durch laufende Ergänzungen und Verbesserungen im Pressraum kann das Saftsortiment erweitert werden, wie z.B. Ribisel, Karotten usw.
Die kombinierte Anlage ist unser Herzstück, also Obstpresse und Pasteurisierungsanlage ohne Beimischung von Konservierungsmitteln.

Ein Schwerpunkt unseres Vereins ist die Weiterbildung und Schulung unserer Mitglieder. Wir sind stets bemüht, interessante Kursangebote anzubieten.
Die Gestaltung und Erhaltung unseres Lebensraumes zählt zu den Hauptaufgaben der Obst- und Gartenbauvereine. Das Gesellschaftliche und das Gespräch über den Gartenzaun sind fixe Bestandteile unseres Vereinslebens.
Wir laden herzlich zum Mitmachen und zum Mitarbeiten ein!
Bauen und schauen wir gemeinsam auf die Ideale unserer Vereinsgründer!